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Am Samstag wurde die Südroute des Kunstwanderweges im Hohen Fläming eingeweiht. Entlang der 12 Kilometer langen Strecke sind
jeweils sechs Kunstwerke deutscher und flämischer Künstler zu sehen.
Sie suchen den Bezug zur Landschaft und zur Besiedlung der Region vor
850 Jahren durch die Flamen, denn „Zukunft braucht Herkunft", so
Minister Günter Baaske (SPD). Er hat die neue Strecke nicht nur
offiziell eröffnet, sondern für die etwa 250 Gäste auch deren
Entstehungsgeschichte noch einmal rekapituliert.
250 Teilnehmer bei der Premieren-Wanderung auf der Südroute
BAD BELZIG - Man erwartet sie, hält nach ihnen Ausschau und ist doch erschrocken,
wenn sie plötzlich auftauchen. Die „Wölfe" der niederländischen
Künstlerin Martina Burghouwt bestehen zwar lediglich aus Kunstfasern.
Sie wirken aber dennoch auf den ersten Blick so lebensecht, dass man
sich dank ihrer Anwesenheit gern an den Gedanken gewöhnt, den Isegrimm
im Fläming künftig wieder anzutreffen.
Die drei Skulpturen säumen die über Borne
führende Südroute des Kunstwanderweges im Hohen Fläming. Sie ist am
Sonnabend feierlich und zünftig wandernd eröffnet worden. Die Gruppen
waren jeweils in Bad Belzig und Wiesenburg gestartet, um neben den
Objekten noch „lebendige Kulturbeiträge" zu genießen und sich
schließlich zum Zeremoniell in Borne zu treffen.
Die künstlerischen Akzente in der Landschaft
sollen nicht nur für Abwechslung am Wegesrand, Denkanstöße oder Freude
sorgen und die Flamen den Flämingern näher bringen, sondern vor allem
das touristische Gewerbe ankurbeln. Das Töpfercafé der Schmerwitzer
Suchthilfegemeinschaft Scarabäus, das an der 2007 eingerichteten
Nordroute liegt, freue sich über 30 Prozent mehr Gäste, konstatierte
Günter Baaske und prophezeite Uwe Heß als gastgebendem Wirt des Borner
Gasthofes „Flämingrose" dieselben Erfolge am Südabschnitt.
Insgesamt misst der Kunstwanderweg Hoher
Fläming jetzt 33 Kilometer und präsentiert dabei 28 Objekte
professioneller Künstler. Deren Werke waren nach mehrstufigen
Ausschreibungen von einer kompetent besetzten Jury aus Professoren von
Kunsthochschulen, Künstlern und Vertretern der Gemeinden Bad Belzig und
Wiesenburg/Mark ausgewählt worden.
Anlässlich der Eröffnung gab es jetzt noch
einmal eine differenziertere Prämiierung. Den mit 5000 Euro dotierten
ersten Preis der Jury gewann der Berliner Stahlbildhauer Karl Menzen
für seine scheinbar den Berg herunterrollenden fünf Kuben, die am
Bahngleis zwischen Bad Belzig und Borne an die vor Jahrhunderten wüst
gefallenen Siedlungen erinnern. Der 60-Jährige gehört derzeit zu den
erfolgreichsten deutschen Bildhauern. Seine Werke sind vielfach und
deutschlandweit zu sehen. Trotz der Schwere und Dichtheit des Materials
Stahl zeichnen sie sich durch spielerische Leichtigkeit und eine
scheinbar aufgehobene Statik aus. Den zweiten Preis errang Silke de
Bolle mit ihrer Kuheuter-Installation „Kuieren", was im
niederländischen spazieren bedeutet und zugleich das Wort Euter - uier
- einschließt. Die bis zu 75 Zentimeter großen Kunststoffeuter in
Schwarzweiß zieren jetzt eine einstige Rinderweide südlich des Borner
Weges in Wiesenburg.
Platz drei in der Jury-Bewertung fanden die
eingangs schon erwähnten „Wölfe". Das Publikum, das ebenfalls abstimmen
durfte, setzte diese jedoch ganz klar auf Platz eins. (Von Kerstin
Henseke)
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