Südroute des Kunstwanderweges im Hohen Fläming eingeweiht
Dienstag, 11. Mai 2010

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Am Samstag wurde die Südroute des Kunstwanderweges im Hohen Fläming eingeweiht. Entlang der 12 Kilometer langen Strecke sind jeweils sechs Kunstwerke deutscher und flämischer Künstler zu sehen. Sie suchen den Bezug zur Landschaft und zur Besiedlung der Region vor 850 Jahren durch die Flamen, denn „Zukunft braucht Herkunft", so Minister Günter Baaske (SPD). Er hat die neue Strecke nicht nur offiziell eröffnet, sondern für die etwa 250 Gäste auch deren Entstehungsgeschichte noch einmal rekapituliert.

250 Teilnehmer bei der Premieren-Wanderung auf der Südroute

BAD BELZIG - Man erwartet sie, hält nach ihnen Ausschau und ist doch erschrocken, wenn sie plötzlich auftauchen. Die „Wölfe" der niederländischen Künstlerin Martina Burghouwt bestehen zwar lediglich aus Kunstfasern. Sie wirken aber dennoch auf den ersten Blick so lebensecht, dass man sich dank ihrer Anwesenheit gern an den Gedanken gewöhnt, den Isegrimm im Fläming künftig wieder anzutreffen.

Die drei Skulpturen säumen die über Borne führende Südroute des Kunstwanderweges im Hohen Fläming. Sie ist am Sonnabend feierlich und zünftig wandernd eröffnet worden. Die Gruppen waren jeweils in Bad Belzig und Wiesenburg gestartet, um neben den Objekten noch „lebendige Kulturbeiträge" zu genießen und sich schließlich zum Zeremoniell in Borne zu treffen.

 

Die künstlerischen Akzente in der Landschaft sollen nicht nur für Abwechslung am Wegesrand, Denkanstöße oder Freude sorgen und die Flamen den Flämingern näher bringen, sondern vor allem das touristische Gewerbe ankurbeln. Das Töpfercafé der Schmerwitzer Suchthilfegemeinschaft Scarabäus, das an der 2007 eingerichteten Nordroute liegt, freue sich über 30 Prozent mehr Gäste, konstatierte Günter Baaske und prophezeite Uwe Heß als gastgebendem Wirt des Borner Gasthofes „Flämingrose" dieselben Erfolge am Südabschnitt.

Insgesamt misst der Kunstwanderweg Hoher Fläming jetzt 33 Kilometer und präsentiert dabei 28 Objekte professioneller Künstler. Deren Werke waren nach mehrstufigen Ausschreibungen von einer kompetent besetzten Jury aus Professoren von Kunsthochschulen, Künstlern und Vertretern der Gemeinden Bad Belzig und Wiesenburg/Mark ausgewählt worden.

Anlässlich der Eröffnung gab es jetzt noch einmal eine differenziertere Prämiierung. Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis der Jury gewann der Berliner Stahlbildhauer Karl Menzen für seine scheinbar den Berg herunterrollenden fünf Kuben, die am Bahngleis zwischen Bad Belzig und Borne an die vor Jahrhunderten wüst gefallenen Siedlungen erinnern. Der 60-Jährige gehört derzeit zu den erfolgreichsten deutschen Bildhauern. Seine Werke sind vielfach und deutschlandweit zu sehen. Trotz der Schwere und Dichtheit des Materials Stahl zeichnen sie sich durch spielerische Leichtigkeit und eine scheinbar aufgehobene Statik aus. Den zweiten Preis errang Silke de Bolle mit ihrer Kuheuter-Installation „Kuieren", was im niederländischen spazieren bedeutet und zugleich das Wort Euter - uier - einschließt. Die bis zu 75 Zentimeter großen Kunststoffeuter in Schwarzweiß zieren jetzt eine einstige Rinderweide südlich des Borner Weges in Wiesenburg.

Platz drei in der Jury-Bewertung fanden die eingangs schon erwähnten „Wölfe". Das Publikum, das ebenfalls abstimmen durfte, setzte diese jedoch ganz klar auf Platz eins. (Von Kerstin Henseke)

 
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